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Lyme Zecken und Morgellons
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Bei Verdacht auf einer Morgellons- oder Zeckeninfektion kann man in den meisten Fällen auch mit Lyme, sprich Borreliose rechnen. Sowie öfters auch, mit viralen und vielen anderen bakteriellen Erregern wie z.B. Babesia, Anaplasmen, Bartonella, Rickettsien usw. (Siehe auch unter Diagnose).

Bei einer Infektion durch den Erreger (Bakterium Borrelia Burgdorferi), aus der Gruppe der Spirochäten, kommt es nach kurzer Zeit zu einer lokalen Hautreaktion und im weiteren Verlauf auch zu neurologischen Komplikationen und Gelenkbeschwerden.

Hier noch ein Video über Borreliose und Begleitinfektionen

Die Borrelien können sich im weiteren Verlauf über den Blutkreislauf im gesamten Organismus ausbreiten und dabei jedes Organ, das Nervensystem und sämtliche Gelenke und das Gewebe befallen. Diese Erkrankung wird auch multisystemische Krankheit genannt.

Es existieren zur Zeit, ca. 3- 5 bekannte Unterarten pathogener Borrelien. Die drei wichtigsten wären, "Borrelia sensustricto", "Borrelia afzelii" und "Borrelia garinii". Die amerikanische Variante, bei einer durch Zeckenübertragenen Borreliose, ist bekannterweise anders als die europäische Borreliengattung. Interessant wäre eine Untersuchung hinsichtlich der Borreliengattungen bei Morgellonsbetroffenen, ob alle von den gleichen Borrelienunterarten infiziert wurden.

Alle verursachen dieselbe Erkrankung, aber mit unterschiedlichen Komplikationen. B. garinii, führt z.B. zu neurologischen Komplikationen, B. afzelii zu Hautkomplikationen und im allgemeinen breiten sich alle Varianten, im Lymph- und Blutsystem des Erkrankten aus. Dabei verläuft die Borreliose ganz typisch in drei Phasen und dabei muß nicht jeder Erkrankte alle Stadien durchlaufen und es können durchaus Spontanheilungen auftreten.

Es kann durchaus sein, dass die Krankheit vorzeitig ausheilen kann oder erst in einem anderem Stadium ausbricht, da der Krankheitsverlauf vom jeweiligen Erregertypus abhängig ist. Speziell bei Lyme/Borreliose werden je nach Befallsstatium unterschiedliche Antibiotika-Therapien eingenommen. Dabei sollte schon bei Verdacht, mit einer antibiotischen Therapie prophylaktisch begonnen werden.

 

1. Stadium

Allgemein zeigen sich im ersten Stadium der Erkrankung, um den Zecken- oder Morgellonsbiss herum, nach ein paar Tagen bishin zu mehreren Wochen, eine entzündliche Rötung die bei einem Zeckenbiss im Zentrum etwas blässer erscheint. Diese Entzündung breitet sich täglich um mehrere Zentimeter weiter aus und wird als "Erythema chronicum migrans" bezeichnet. Wobei sich auch manchmal bläuliche, härtere Hautknötchen bilden können (Lymphadenosis cutis benigna).

Bei einer Morgellonsinfektion erscheint ein rötlicher Vorhof mit einer Pustel oder Pappel im Zentrum. Diese Entzündung verschwindet wieder nach einiger Zeit, es bleibt aber eine schmerzhafte Pustel zurück in dem auch dieser neue Parasit nachweisbar ist. Nach wenigen Tagen und Wochen erscheinen zusätzlich auch andere Infestationsareale am ganzen Körper, vorwiegend aber an den Schweißzonen.

In beiden Fällen, in den ersten 6 Monaten dieses Infektionsstadiums, leiden die meisten Betroffenen an allgemeiner Schwäche und Abgeschlagenheit, Kopf und Gliederschmerzen und öfters auch unter Fieberschüben. Zusätzlich bei einer Morgellonsinfektion zeigen sich scabiesähnliche Hautsymptome.

2. Stadium

Das zweite Stadium, dass nach mehreren Wochen bis Monaten auftritt, ist durch neurologische Beschwerden gekennzeichnet. Wie zum Beispiel durch Entzündungen der Hirnhäute (Meningitis), des Gehirns (Enzephalitis) oder der Nervenstränge im Bereich der Wirbelsäule (Radikulitis). Es können im späteren Verlauf auch Gesichtslähmungen (Fazialisparese) auftreten und auch das "Garin-Bujadoux-Syndrom".

Welches eine schmerzhafte Entzündung der Nerven und Hirnhäute (Meningopolyneuritis) darstellt. In den meisten Fällen treten hierbei unsymmetrische Lähmungen auf, sowie auch teilweise mit Gefühlsstörungen und geschwollenen Lymphknoten. Ganz selten treten auch entzündliche Veränderungen am Herzen auf, mit Herzrhythmusstörungen und einer gesteigertern Herzfrequenz.

3. Stadium

Im dritten Stadium der Borreliose, die erst nach Monaten und Jahren auftritt, kann man einen langsamen Untergang von bestimmten Hautarealen feststellen. Welches "Acrodermatitis chronica atrophicans" (Morbus Herxheimer) genannt wird. An den Armen, Händen, Beinen und Füßen ist die Haut an den Streckseiten sehr ausgedünnt. Im späteren Verlauf bilden sich chronische Gelenkentzündungen in Schüben aus.

Diese wird dann Lyme-Arthritis genannt und befällt vorwiegend die großen Sprunggelenke, Ellenbogen, sowie auch die Finger- und Zehengelenke. Im späteren Krankheitsverlauf können noch chronische Entzündungen des Gehirns und dessen Hirnhäute sich ausbilden, die eine Lähmung der Beine und Arme verursachen können.

 

Borreliose-Diagnostik

Nach einer ausführlichen Anamnese vor der eigentlichen Diagnose, um auch eventuelle Grunderkrankungen auszuschließen, sollte man den Erkrankten nicht nur auf seine Beschwerdesymptomatik befragen, sondern auch über die mögliche Infektionsursachen. Bei einem Zeckenbiss ist die Sachlage vorwiegend klar, sowie meistens auch nach einer körperlichen und neurologischen Untersuchung (Reflexe, Muskelbewegung, Sensibilität) und Abtastung der Lymphknoten.

Bei einer Morgellonsinfektion könnte ein sexueller Kontakt oder auch eine Infektion über z.B. öffentliche Bereiche sich ereignet haben (siehe Epidemiologie).

In beiden Fällen ist als Begleiterscheinung eine Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen und manchmal auch eine Entzündung der Geschichtsnerven und der Hirnhäute festzustellen. Teilweise auch mit Lymphschwellungen an den Ohren, Brustwarzen oder dem Hodensack und Schmerzen in der Herzgegend. Späteren Gelenkentzündungen insbesonders in den Knien, die geschwollen oder sich heiß anfühlen können. Bei Aids-Erkrankten ist öfters auch ein Befall des zentralen Nervensystems festzustellen.

Bei beiden Parasitenarten sollte auf Verdacht eine Laboruntersuchung auf Antikörper gegen Borrelien im Blut oder Hirnwasser erfolgen. Im Normalfall, bei einem Zeckenbiss, könnten die üblichen Untersuchungen mit z.B. einem PCR-Test, IgM-Antikörpernachweis, oder Elisa einen Nachweis der Erreger erbringen. Sowie auch normale mikroskopische Untersuchungen können einen Nachweis der Borrelien bestätigen. Manchmal, aber öfters auch nicht...

Im Fall einer Morgellonsinfektion, liegt selten ein evidenter klinischer Befund vor (siehe unter Diagnose Morgellons), sowie öfters auch, nach einer Zeckeninfektion. Deshalb wäre es ratsam, nicht nur bei einer Morgellonsinfektion neben einem Western-Blot Test (Igenex), auch den neuen LTT-Melisa Test (Lymphozytentransformationstest), standardmäßig einzuführen und zu verwenden. Sowie auch den neueren, vielversprechenden T-Cellspot-Test, der im allgemeinen die älteren Testverfahren bei weitem übertrifft und seropositive Ergebnisse auch nach kurzer Infektionzeit schon nachweisen kann. Erweiternd kann man nun auch mit dem CD-57 Test chronische Borreliose testen.

 

Borreliose-Behandlung               (Siehe auch Protokoll)

Generell sollte man im Anfangsstatium mit Doxycyclin oder Minocyclin in den ersten 2-3 Wochen, oder alternativ mit Azithromycin, Amoxicillin und Cefuroxim beginnen. Sind die Gelenke schon betroffen, dann sollte man damit eher länger therapieren. Bei gleichzeitigen Hauterscheinungen im Anfangsstatium, kann man zusätzlich auch Ampicillin oder Makrolide z.B. Clarythromycin oder Roxytromycin (Harnwege/HNO/Atemwege/Chlamydien) einnehmen, welche den Vorgänger Erytromycin durch weniger Nebenwirkungen verdrängt hat.

Bei einer Herzbeteiligung oder schon länger bestehenden Erkrankung, wird auch mit Cephalosporinen behandelt. Nach 2-3 Monaten sollte man eine Antikörpermessung gegen bestimmte Bestandteile der Erreger durchführen (Titerkontrolle). Bei einem Anschlagen der Therapie, sollte man dann ein Absinken der Antikörper feststellen können.

Diese neueren Medikamente (Amoxicillin, Roxithromycin, Cephalosporine) sind Antibiotika der dritten Generation und können auch einen Krankheitsausbruch verhindern. Es wurden auch versucht Impfstoffe zu entwickelt, die aber bis jetzt noch keinen 100 % Schutz gewährleisten konnten. Erst seit Januar 2006 gelang es der Universität in Würzburg aus genetisch veränderten Tabakpflanzen einen Impfstoff zu entwickelt, welcher schon sehr gute Ergebnisse bei Mäusen zeigte.

Neuerste verwendete Medikamente in der Morgellons- und Borreliosebehandlung sind auch:

4 Wochen mit Cefuroxim 500mg 2 mal tägl. (gegen Zeckeninfektionen übertragene bakterielle Erreger)
Dann 4 Wochen mit Clarythromycin (Clerimed) 500 mg 2 mal tägl. oder mit Minocyclin, Azithromycin oder Roxytromycin.
(gegen Borrelienerreger)
Zuletzt noch 2 Wochen mit Metronidazol (Flagyl) 400 mg 2 mal tägl. oder mit Malariamittel z.B. Plaquenil
® (Hydroxychloroquin) (gegen Zeckeninfektionen übertragene Erreger wie Protozoen)

 

Prognosen

Meistens heilen das Borrelien-Lymphozytom und das Erythema migrans unter einer Antibiotikatherapie folgenlos ab. Bei der fortgeschrittenen Acrodermatitis chronica atrophicans führt eine Therapie nicht immer zu einer vollständigen Restitution. Die Arthritis heilt nach ca. 80 % der Fälle nach 3 Monaten ab. Bei 20 % ist nach einigen Jahren noch eine Heilung zu erwarten. Bei 5 % der Erkrankten mit einer Fazialisparese können sich bleibende Residuen (Rückstände) ergeben.

Bei einer akuten Neuroborreliose können die Symptome relativ schnell mit Antibiotika behoben werden. Bei einer chronischen Neuroborreliose erst nach Monaten oder auch unvollständig. Selbst nach erfolgreicher Behandlung der Symptome können einige Erkrankten ein depressives Syndrom entwickeln, oder auch Beschwerden einer Fibromyalgie, welche dann auf eine erneute Antibiotikabehandlung kaum ansprechen. Dann werden auch Malariamittel verschrieben Chloroquin (Chlorochin®, Nivaquin®), um die Symtome einer Fibromyalgie zu behandeln, oder auch von Autoimmunerkrankungen wegen der immunsuppressiven Wirkung von manchen Malariamitteln.

Dies sind keine typischen Folgeerkrankung nach einer Borreliose, sondern Reaktionen, die bei einer entsprechenden Disposition, auch bei anderen schweren Erkrankungen entstehen können. Nach einer entsprechenden Differentialdiagnose kann man auch eine Therapie mit bestimmten trizyklischen Antidepressiva einleiten.

Neuste Ergebnisse, nicht nur aus den USA, zeigten auch Erfolge mit Vitamin C und Mineralsalzen in der Bekämpfung der Borrelien. Aber auch höhere Vitamin- und Mineralieneinnahmen im allgemeinen, können zur Verbesserung des eigenen Immunsystems beitragen und Borrelien und andere opportunistische Parasiten wieder besser in Schach halten. Diese Mittel sind sehr gut zwischen Antibiotikapausen, sie sollten aber nicht dazu verleiten, dass Antibiotika nicht gebraucht wird.

Auch natürliche und homeopathische Mittel können nach erfolglosen Antibiotikakuren weiterhelfen und sollten auch nicht ausser Acht gelassen werden.


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